Umweltschule - Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Am Freitag, den 29.10.2010 wurde die Auszeichnung „Umweltschule 2010 – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ in der Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal-Heiligenrode (Kreis Kassel) von Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister an 60 nordhessische Schulen verliehen. Weitere 64 südhessische Schulen erhalten die Auszeichnung noch im November. „Die Schüler haben durch ihre Teilnahme am Programm gezeigt, dass sie ihre Schule nicht nur als reinen Ort der Wissensvermittlung ansehen, sondern als eine Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und sich für Werte einzusetzen“, sagte Weinmeister.
„Umweltschule - Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ ist eine Auszeichnung, die vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und vom Hessischen Kultusministerium jährlich für das besondere Engagement einer Schule im Bereich Umwelterziehung und ökologische Bildung vergeben wird. Gewürdigt wird die Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne der nachhaltigen Entwicklung. „Das Konzept der Umweltschulen zielt nicht auf kurzfristige Effekte, sondern ist ganz bewusst nachhaltig angelegt“, betonte Weinmeister. Schritt für Schritt, Schuljahr für Schuljahr könnten Umweltprojekte entwickelt und erweitert werden. „Die Jahrgänge können auf den Ideen und den Arbeiten der vorangegangen Jahrgänge aufbauen und prägen so den Charakter ihrer Schule kontinuierlich mit. In diesem Jahr werden insgesamt 124 Schulen ausgezeichnet.
Die jährliche Ausschreibung ermöglicht jeder Schule, konkrete Ziele anzugehen und dabei gleichzeitig Strukturen im Schulalltag aufzubauen, die das Engagement auch langfristig steuern und stützen können. Die Themen reichen von Maßnahmen zum Energie- und Wassersparen, Schulungen von „Energiedetektiven“, über die naturnahe Gestaltung des Außengeländes, das Errichten von Bienen- oder Insektenhotels, bis hin zur Gründung einer Schülerfirma für fair gehandelte Produkte oder umweltfreundliche Schulartikel und die Errichtung von Anlagen zur Regenwasser- oder Sonnenenergienutzung.
Unterstützt werden die Schulen in diesem Prozess vom Beratungsnetzwerk der hessischen Umweltbildungszentren unter der Koordination der Naturschutz-Akademie Hessen (NAH) in Wetzlar. Eine enge Verbindung besteht außerdem zum Programm „Schule & Gesundheit“ des Hessischen Kultusministeriums und den Fachberatern in den Staatlichen Schulämtern.
Die Gesamtschule Niederwalgern beteiligte sich von 1999 bis zum Auslaufen 2008 am Programm BLK 21 und wurde dieses Jahr bereits zum siebten Mal als Umweltschule in Europa ausgezeichnet. Im Jahr 2007 erwarb unsere Schule außerdem als erste Schule im Bereich des Staatlichen Schulamtes Marburg-Biedenkopf das Teilzertifikat „Umweltbildung – BNE“ aus dem Programm „Schule & Gesundheit“. Viele Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte werden seitdem durchgeführt und weiterentwickelt. Sie prägen das Profil der Schule nachhaltig.
Projekte, mit denen sich die GSN in diesem Jahr qualifiziert hat:
Die Fahrradwerkstatt
Seit 2 Jahren existiert die Fahrrad-AG. Für das 2. Halbjahr 2009/2010 hatten sich 14 Schüler/innen aus den Jahrgängen 5 – 8 angemeldet. In den letzten 2 Jahren haben wir ca. 50 alte, defekte Fahrräder von den Eltern geschenkt bekommen und abgeholt. Einen Teil haben wir als Ersatzteilspender ausgeschlachtet, ca. 15 Stück wurden bereits wieder fahrtüchtig gemacht.
Ziel ist die Bereitstellung eines kompletten Klassensatzes Fahrräder, um spontane Klassenausflüge zu ermöglichen. Außerdem werden vielfältige motorische Fähigkeiten im Umgang mit Material und Werkzeug geschult. Mit den reparierten Rädern machen wir Ausflüge und Schnitzel-Fahrten. Die Schule hat uns hervorragend ausgestattet mit Spezialwerkzeug und einem eigenen Werkraum, in dem intensiv geschraubt wird.
Die Fa. Finger aus Fronhausen hat im Rahmen einer Spende großzügig den Grundstock für Flickzeug, Reifen etc. gelegt. Die Fa. Fahrrad-Eidam aus Niederwalgern versorgt uns bestens mit Ersatzteilen und vielen Tipps. Langfristig sollte die Freude an Bewegung und am Fahrradfahren dazu führen, dass viel mehr Schüler mit dem Fahrrad zur Schule kommen und der morgendliche Eltern-Auto-Stau sich auflöst.
Das Thema „Mobiltät“ wurde bisher noch nicht direkt aufgegriffen. Mit der praktischen Arbeit in einer Fahrrad-AG könnte dies angestoßen werden. Im Rahmen der Kooperation mit der englischen Partnerschule, die mit einer spanischen Schule auch im aktuellen Comenius-Projekt beteiligt ist, könnte ein Erfahrungsaustausch angeregt werden, da diese Schule bereits das Thema „Mobilität“ intensiv bearbeitet.
Als Mittelpunktschule mit kurzen Entfernungen in die umliegenden Dörfer wäre die GSN bestens geeignet, das Umweltbewusstsein (CO2-Einsparung, Recyclinggedanke…) entsprechend zu fördern und zu nutzen.

Gebrauchte Felgen – wie neu

mit dem Fahrrad zur Schule – warum nicht?
Klimakonferenz Kopenhagen – und danach?
Die GSN nahm an dem Comenius-Projekt „Lebenslanges Lernen für eine nachhaltige Entwicklung“ im Zeitraum 2008-2010 teil.
Beteiligte Schulen waren:
– Hampton College Peterborough/England
– IES Eduardo Pondal/Spanien
Die Ziele der Partnerschaft waren:
• das Bewusstsein für Faktoren, welche die Lebensentwürfe der Schüler beeinflussen, zu erwecken und diese (Lebensentwürfe) mit denen der Schüler in den anderen teilnehmenden europäischen Ländern zu vergleichen.
• ihnen die Chance zu geben darüber zu reflektieren, wie sie ihre Zukunftspläne in die Realität umsetzen können.
• zu überprüfen, wie sie ihr Leben in Hinblick auf nachhaltige Entwicklung innerhalb der Europäischen Union und weltweit gestalten können.
Die SchülerInnen sollten im europäischen Kontext Erfahrungen im Hinblick auf eine Bildung für nachhaltige Entwicklung sammeln. Gemeinsam mit den beteiligten Partnerschulen wollten wir dafür neue Lösungen und Konzepte erarbeiten. Dieser Dialog sollte unseren SchülerInnen die europäische Dimension des eigenen Handelns eröffnen und den Austausch von Ergebnissen ermöglichen.
Die SchülerInnen entwickelten eigene Visionen von der Welt in 20 Jahren.
Als Konsequenz aus diesen Überlegungen arbeiteten die SchülerInnen Maßnahmen für ein verantwortungsvolles, zukunftsorientiertes Handeln heraus.
Welche Lebensstile, welches Konsumverhalten sind für einen nachhaltigen, verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt nötig?
Die SchülerInnen erarbeiteten im Laufe des Projektes zehn „Versprechen“ für eine Umweltcharta, die beim Abschlusstreffen im Mai in der Partnerschule in Peterborough vorgestellt wurden.
In den einzelnen Projektphasen entwickelten die beteiligten SchülerInnen ihre Kompetenzen in Fremdsprachen, im Umgang mit modernen Medien, in öffentlichen Ergebnispräsentationen sowie ihr Wissen um nachhaltig orientierte Lebensentwürfe und um die Perspektiven unserer europäischen Nachbarn.
Wir erhoffen durch den konstruktiven Dialog und die praktische Projektarbeit mit unseren Partnerschulen einen Lernzuwachs nicht nur für die beteiligten Schülergruppen, sondern auch für das Kollegium, da wir die Ergebnisse und die Fächer verbindende Herangehensweise in die Entwicklungsarbeit unserer Schule integrieren möchten und wichtige Rückschlüsse für zukünftiges Lernen an unserer Schule erwarten. Nach Möglichkeit soll eine Lernwerkstatt, zu Fragen der Nachhaltigkeit, als fester Bestandteil der Projekttätigkeit in unserer Schulcurriculum aufgenommen werden.
Abschlusstreffen in Peterborough



Auszeichnungsveranstaltung, 29. Oktober 2010 in Niestetal
